Vereinsgeschichte

Aus der Vereinsgeschichte

Der Zweigverein Tanne blickt auf eine lange Tradition und Geschichte zurück. Tauchen Sie mit uns in die Geschichte des Harzklubs ein.

Ein Blick in die Geschichte des Zweigvereins

Der Harzklub e.V. wurde bekanntermaßen von Albert Schneider, dem Eisenbahndirektor aus Blankenburg gegründet. Tanne war ab 1886 der Endpunkt der von Schneider erbauten Bahnlinie. Daher war auch in Tanne ein Bahnangestellter der „Gründungsvater“ des Harzklub-Zweigvereins.

Wir gründen einen Zweigverein

Der Stationsvorsteher Vogel lud im Jahre 1891 zu einer Versammlung in die Bahnhofsgaststätte in Tanne ein, mit dem Ziel einen Zweigverein zu gründen. An der Versammlung nahmen 24 Personen teil. Der erste Vorstand wurde gebildet aus: Stationsvorsteher Chr. Vogel, als erstem Vorsitzenden, Hüttendirektor Gustav Lenk, als zweitem Vorsitzenden, Lehrer Wilhelm, als Schriftführer und Pastor Dr. Bierendempfel als Schatzmeister. Der Wegebauaufseher Carl Rieche und der Gemeindevorsteher Heinrich Schmidt fungierten jeweils als Beisitzer. Tanne trat dem Harzklub als 50. Zweigverein bei und wurde in den 10. Bezirk des Hauptvereins eingegliedert.

Erste Mitglieder und Entwicklung

Von Anfang an beteiligte sich der Verein an einer gezielten Förderung des Tourismus, betrieb eine umfangreiche Werbung und ermöglichte somit den Aufstieg von Tanne zu einem viel besuchten Kur- und Erholungsort. Schon 1893 war die Mitgliederzahl bis auf 35 Mitglieder angewachsen. In den folgenden Jahren schwankten die Mitgliederzahlen dann zwischen 13 im Jahr 1900 und 65 im Jahr 1928. Der Jahresbeitrag betrug 3,00 RM. Der Zweigverein war während dieser Zeit sehr aktiv. Schon 1894 errichtete man den bis heute viel besuchten Aussichtspunkt auf dem 528 Meter hohen Kapitelsberg, dem Tanner Hausberg. In Anerkennung dieser Aktivitäten finden wir noch weitere Zeugen, wie z. B. die 1929 errichtete „Hermann von Frankenberg-Brücke“ über die Warme Bode am Ortseingang. Die Brücke ist nach dem langjährigen Hauptvorsitzenden des Harzklubs Hermann von Frankenberg benannt.

 

Der Zweigverein ab 1930 bis zur Gründung der DDR

In den 1930er Jahren besaß der Zweigverein eine sehr aktive „Spinnstubenkapelle“. Diese Gruppe gehörte zu den bekanntesten Folkloregruppen des Harzes und hatte zahlreiche Auftritte im Rundfunk. Als im Jahre 1938 die Sternwanderung des Harzklubs nach Bankenburg führte, trat dort die Tanner Singgruppe auf. Im Film „Harzsymphonie“ (erster deutscher Heimatfilm, 1937) spielte, sang und jodelte Elise „Lieschen“ Herfurth aus Tanne Harzer Lieder.  Lieschen Herfurth hatte 1934 den Titel der ersten Harzer „Jodlermeisterin“ errungen. Nach 1945 kamen die Aktivitäten des Zweigvereins zunächst zum Erliegen. 1949 wurde die Harzklubarbeit in der DDR dann auch offiziell verboten.

 

Nach dem Mauerfall – erster Zweigverein im Ostharz

Schon unmittelbar nach dem Fall der Mauer 1989 kam in Tanne der Gedanke auf, den Harzklub-Zweigverein wiederzubeleben. Hauptinitiator der Vereinsgründung war von Anfang an Bernd Freystein. Er ist leider im Frühjahr 2014 verstorben. Bernd Freystein nahm schon am 29.11.1989 einen ersten Kontakt zum damaligen Rat des Kreises in Wernigerode auf.  Es wurde die Genehmigung für eine Vereinsgründung erteilt. Nachdem man sich auch mit dem Hauptvorstand des Harzklubs in Clausthal-Zellerfeld  in Verbindung gesetzt hatte, konnte die Gründungsversammlung des Zweigvereins am 18.12.1989 stattfinden. Die Versammlung erfolgte im Kulturhaus in Tanne und 35 interessierte Einwohner nahmen daran teil. Der Zweigverein Tanne war der erste wiedergegründete Harzklub-Zweigverein auf dem Gebiet der ehemaligen DDR. Tanne wurde wie schon 1891 erneut als 50. Zweigverein in den Hauptverband aufgenommen.

Es entwickelte sich eine enge Zusammenarbeit mit dem Zweigverein Braunlage.

Schon im Januar 1990 gründete sich wieder eine Brauchtumsgruppe mit zunächst 15 aktiven Mitgliedern. Die Gruppe war in den Folgejahren sehr erfolgreich und hatte zahlreiche Auftritte im ganzen Harzgebiet. Auf Grund fortschreitender Überalterung der Mitglieder und fehlenden Nachwuchs hat sie sich zwischenzeitlich leider wieder aufgelöst.

Sofort nach der Neugründung ging man an die Umsetzung der ersten Maßnahmen. Die Wanderwege in der Umgebung von Tanne wurden instand gesetzt, Brücken errichtet und im Rahmen eines Arbeitseinsatzes über 500 m Grenzzaun abgebaut.

 

Von 1990 bis heute

Eine der größten Aktionen war die Neuerschließung des Kapitelsbergs. Der Berg lag von 1963 bis 1989 im militärischen Sperrgebiet. Der Harzklub Tanne erneuerte die Wanderwege auf den Gipfel und legte eine über 2000m² große Bergwiese mit Grillplatz und Schutzhütte an.  Auch ein Gipfelkreuz und eine gusseiserne Orientierungstafel wurden aufgestellt. Die Schutzhütte wurde 2014 erneuert, sie beherbergt die Stempelstelle 44 der Harzer Wandernadel. Der Kapitelsberg ist bis heute das Hauptziel der Wanderer und wird sehr stark frequentiert.

Im Jahr 1991 jährte sich die Gründung des alten Zweigvereins zum 100. Mal. Aus diesem Anlass wurde am 08.09.1991 zu einer Sternwanderung nach Tanne eingeladen. Dies war die erste gesamtdeutsche Sternwanderung die in die neuen Bundesländer führte. Über 2.000 Wanderer kamen nach Tanne und feierten hier ein buntes Fest.

Seit 1994 findet der „Tanner Kuhball“ unter der Regie des Harzklub-Zweigvereins statt. Das Fest rund um das Harzer Rote Höhenvieh stellt heute den Jahreshöhepunkt der Veranstaltungen dar.

Im Jahr 2006 erfolgte die Anlegung und Beschilderung eines 7 Kilometer langen Rundwanderweges um Tanne. Der Weg besitzt verschiedene Schautafeln und weist auf geschichtliche und landschaftliche Besonderheiten der Umgebung hin.

Am 22.05.2016 war der Zweigverein Gastgeber für das Jubiläum 10 Jahre Harzer Grenzweg. An diesem Tag fanden verschiedene geführte Wanderungen am Grünen Band statt. Auf dem Festplatz in Tanne gab es ein buntes Festprogramm.

Der Harzklub-Zweigverein Tanne hat heute rund 100 Mitglieder.

 

 

Einen Einblick in die Geschichte des Ortes Tanne bekommen Sie auch in unserer Heimatstube.

 

Übrigens: Die komplette spannende Geschichte des Harzklubs finden Sie in der Vereinschronik „Der Harzklub – Bürgerinitiative mit Tradition“ gleich hier im Shop.